Tierhilfe ohne Grenzen e.V. -- Clever kaufen!

Herzlich Willkommen im Weblog des Tierschutzvereins Tierhilfe ohne Grenzen e.V. mit Sitz in Glashütten/Taunus. Hier finden Sie Tipps und Infos für Verbraucher zum Thema Tierschutz. Sie erfahren, wie Sie mit ihrem Einkaufsverhalten die Welt ein bisschen besser machen können! Als Konsument kann jeder einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz leisten - und gleichzeitig noch etwas für seine Gesundheit tun! Sie können die Beiträge gerne auch ergänzen oder eigene Infos posten!

Mittwoch, September 20, 2006

Gammelfleisch erkennen

Vor wenigen Tagen wurden in einem Kühlhaus in Frankfurt am Main tonnenweise Fleisch, aber auch kleinere Mengen Fisch, Backwaren und Gemüse sichergestellt, die höchstwahrscheinlich verdorben waren! Nicht unwahrscheinlich, dass auch Sie vielleicht schon ein Opfer des Gammelfleisch-Skandals geworden sind!

Wie man Gammelfleisch erkennt!
Tipps vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

- Achten Sie beim Kauf auf Geruch, Oberfläche und Färbung
- alle Fleischsorten sollten nicht unangenehm, sondern neutral mild bis leicht säuerlich riechen, keinesfalls süßlich!
- Frisches, hochwertiges Fleisch verliert nicht viel Wasser, es sollte nahezu trocken in der Packung liegen (viel Wasser in der Verpackung kann auf früheres Auftauen hinweisen)
- Vorsicht bei blassem, weichem und nässendem Fleisch, das schon in der Fleischtheke im eigenen Saft liegt!
- Die Oberfläche von Geflügelfleisch darf nicht „schmierig“ aussehen und keine Druckstellen haben, also die Fingerdruckprobe bestehen. Dabei darf es sich nicht schwammig weich anfühlen oder zu stark eindrücken lassen, sondern muss fest sein.
- Die Farbe von Fleisch sollte niemals ins Gräuliche abweichen. Frisches Rindfleisch ist dunkelrot, Lamm ist hellrot bis rot mit leichter Fettmarmorierung. Schweinefleisch ist rosa und hell glänzend. Wild sollte rötlich bis dunkelbraun sein.

Schärfen Sie Ihren Blick im Dschungel der Bio-Labels

Produkte, die mit „Bio“- oder „Öko"-Siegeln gekennzeichnet werden, sind schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung, denn der Verbraucher hat damit eine Alternative zur konventionellen Intensivtierhaltung. Der Deutsche Tierschutzbund macht darauf aufmerksam, dass die Erzeugung ist zwar nicht „artgerecht“ im strengeren Sinne sei. Innerhalb der Öko-Branche gebe es deutliche Unterschiede. Die Minimalanforderungen an Bio-Produkte werden von der EU Öko-Verordnung bestimmt. Die Produkte sind gekennzeichnet durch das Bio-Siegel und den Code der Kontrollstelle. Einige Verbände des ökologischen Landbaus, darunter Bioland, Demeter und Naturland, haben sogar viel strengere Auflagen für ihre Produktion, als durch die EU-Öko-Verordnung vorgegeben. Meistens verkaufen diese Verbände ihre Produkte in Bio-Läden, Reformhäusern oder Hofläden. Bioland-Produkte gibt es mittlerweile auch schon im Supermarkt.
Viele Supermärkte haben auch eigene Handelsmarken für Bio-Produkte mit verläslichen Standards (Naturkind, BioBio, Füllhorn usw.), die ebenfalls zusätzlich mit dem Bio-Siegel und der Codenummer der Kontrollstelle gekennzeichnet sind.
Der Deutsche Tierschutzbund und andere Verbände haben das Label „Neuland" gegründet, mit besonders strengen Richtlinien für eine artgerechte Haltung.
Seit dem Gammelfleisch-Skandal besonders aufschlussreich sind die Herkunftsangaben bei Fleischwaren! Rindfleisch-Anbieter sind verpflichtet anzugeben, wo ein Tier geboren, gemästet und geschlachtet wurde. Bei Geflügel ist die Angabe freiwillig. Achten Sie darauf, dass Geburt, Mast und Schlachtung laut Verpackung in ein und demselben Land stattfanden. Das gewährleitet zumindest, dass den Tieren Langzeittransporte erspart wurden. Über die Haltungsform sagt das aber noch nichts. Kaufen Sie Fleisch deshalb lieber direkt beim Bauern oder im Hofladen, wo Sie selbst ein Auge auf die Haltung der Tiere werfen können!
Achten Sie bei Geflügelfleisch auf geschützte Begriffe wie "extensive Bodenhaltung" oder "extensive Auslaufhaltung"!

Für mehr Durchblick im Dschungel der Bio- und Öko-Labels sorgen folgende Links:
http://www.allesoeko.net - Mit guter Übersicht über Zeichen und Siegel sowie "Öko-Fallen"
http://www.ecotopten.de Für Produkte aus allen Lebensbereichen, siehe hier vor allem den Bereich "Essen und Trinken")

Qualität direkt vom Bauerhof

Am besten kauft man tierische Produkte vom Direktvermarkter, also gleich auf dem Bauerhof, oder auf Bauernmärkten. So vermeidet man als Verbraucher unnötige Transporte von Tieren. Beim Direktvermarkter kann man die Tierhaltung selbst überprüfen, vielleicht sogar in Verbindung mit einem kleinen Familien-Ausflug! Wenn alle Tiere Enthornungen, gekürzte Schwänze oder Schnäbel aufweisen, ist das Haltungssystem höchstwahrscheinlich nicht optimal! Viele Direktvermarkter gehören auch Verbänden oder anderen Gemeinschaften an, die ihre Produkte mit zertifiziertem Label verkaufen. Daran kann man auf dem Markt dann auch ohne einen Besuch im Stall auf gute Tierschutzstandards vertrauen. Auch im Supermarkt lohnt es sich, auf die Kennzeichnung mit Labels zu achten! Infos darüber finden Sie in diesem Weblog!

Direktvermarkter in Ihrer Nähe finden Sie auf folgenden Webseiten.
In der Region:
http://www.hessische-direktvermarkter.de
http://www.direktvermarkter-im-odenwald.de
Bundesweit:
http://www.gutes-vom-bauernhof.de
http://www.ulmer.de/adr/gvl.dll

Dienstag, September 19, 2006

Mehr Tierschutz zahlt sich aus - Tagung

Welchen Marktwert hat die artgerechte Tierhaltung? Zum Thema "Mehr Tierschutz, mehr Umsatz?" veranstaltet die Allianz für Tiere eine Tagung, für die demnächst (10.10.2006) Anmeldeschluss ist! Die Tagung findet am 25. Oktober 2006 von 14 Uhr bis 18.30 Uhr im dbb-forum, Friedrichstraße 169/170 in 10117 Berlin statt. Produzenten, Einzelhandel, Politik, Wissenschaftler und Tierschutzverbände diskutieren, mit welchen Strategien Tierschutz an der Ladentheke zur Erfolgsgeschichte werden kann!

Beschreibung des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale:
"Die Deutschen gelten als tierlieb. Umfragen belegen: Die Konsumenten haben ein großes Interesse an einer tiergerechten landwirtschaftlichen Produktion. In augenfälligem Kontrast dazu steht jedoch das tatsächliche Einkaufsverhalten bei Fleisch und Wurst: Produkte aus wenig tiergerechter Haltung dominieren den Markt. Einerseits. Andererseits ist das Thema Eierkennzeichnung eine echte Erfolgsstory des Tierschutzes. Denn seitdem Käfigeier klar gekennzeichnet sind, sinkt der Absatz stetig, greifen die Konsumenten trotz des höheren Preises immer häufiger zu Eiern, bei denen auch der Tierschutz stimmt. Das Beispiel zeigt: Die wenigen Informationen, die Verbraucher heute in Sachen Tierschutz erhalten, setzen sie durchaus in bewusstes Kaufverhalten um."

Hier kann man das Tagungsprogramm herunterladen:
Tagungsprogramm: Mehr Tierschutz, mehr Umsatz?
Wegbeschreibung dbb Forum

Weitere Infos gibt's auf den Seiten der Verbraucherzentrale unter folgendem Link:

http://www.vzbv.de/start/index.php?page=aktuell&id=24