Tierhilfe ohne Grenzen e.V. -- Clever kaufen!

Herzlich Willkommen im Weblog des Tierschutzvereins Tierhilfe ohne Grenzen e.V. mit Sitz in Glashütten/Taunus. Hier finden Sie Tipps und Infos für Verbraucher zum Thema Tierschutz. Sie erfahren, wie Sie mit ihrem Einkaufsverhalten die Welt ein bisschen besser machen können! Als Konsument kann jeder einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz leisten - und gleichzeitig noch etwas für seine Gesundheit tun! Sie können die Beiträge gerne auch ergänzen oder eigene Infos posten!

Samstag, November 18, 2006

Das Leiden der Weihnachtsgänse - Kaufen Sie Freilandgeflügel!!

Wenn der Gänsebraten erst einmal knusprig gebraten auf dem Tisch steht, erinnert nichts mehr an die entsetzlichen Qualen, die das Tier zu Lebzeiten erdulden musste. Jedes Jahr werben ab November Restaurants und Gaststätten sowie Supermärkte mit leckerem Gänsebraten, der als traditionelles Festmahl gilt. Kaum jemand weiß jedoch, wie das Geflügel zu seinem Namen "Martinsgans" kam, denn einst spielten die Tiere eine wichtige Rolle im Leben des Heiligen Martin. Im Volksmund heißt es noch heute: "Die Gänse Sankt Martin haben verraten, drum tut man sie jetzt braten."

Die Qualen, die Mastgänse heute aber in den Massentierzüchtungen erleiden müssen, sind damit nicht zu rechtfertigen. Die Haltungs- und Lebensbedingungen der für den Martinstag und für Weihnachten gemästeten Gänse sind grauenhaft und brutal infolge übersteigerter Profitgier, denn wirtschaftliche Interessen stehen bei der Haltung von Nutzgeflügel aller Art im Vordergrund.

Traurige Resultate dieser Preispolitik sind neben Seuchen wie der Geflügelpest auch Massentierhaltung und Turbomast. Bei der Gänsemast in Deutschland, Österreich sowie in einigen weiteren EU-Ländern müssen die Tiere unvorstellbares Leid erdulden, denn damit sie in möglichst kurzer Zeit viel Gewicht zulegen, pfercht man sie in großer Zahl auf engstem Raum zusammen, wo sich die Tiere nicht einmal ansatzweise arttypisch verhalten können. Harter Betonboden und Kunstlicht sind nur zwei Beispiele dafür. Die Enge, das künstliche Licht sowie weitere Stressfaktoren wirken sich sehr negativ auf die Gesundheit der Mastgänse aus.

Durch extreme Zuchtselektion wurden Gänserassen gezüchtet, die innerhalb von kürzester Zeit ihr "Schlachtgewicht" erreichen. Das ist für die Tiere mit undenkbar schmerzhaften Nebenwirkungen wie Gelenkentzündungen, Atemnot oder Knochenbrüchen verbunden. Mit solchen Methoden wird die Dauer der Mast, die bei Freilandgänsen mindestens 20 Wochen beträgt, im Falle der Stallgänse auf etwa die Hälfte reduziert.

Der Großteil der Martins- und Weihnachtsgänse liefert außerdem als "Nebenprodukt" die bei Gourmets beliebte Stopfleber. Die Produktion dieser zweifelhaften Delikatesse stellt für die Gänse ein grausames Martyrium dar.
Mehrmals täglich führt man den Tieren ein etwa 50 Zentimeter langes Metallrohr durch den Hals ein, das bis in den Magen reicht. Damit verabreicht man ihnen während der Zwangsfütterungen täglich bis zu 2,5 Kilogramm gequollenen, stark gesalzenen Maisbrei. Auf den Menschen umgerechnet bedeutet dies etwa, dass wir täglich rund ein Fünftel unseres Körpergewichts essen müssten.

Beim Stopfen wird die Speiseröhre der Gänse stark verletzt. Die Hälse mancher Gänse sind sogar so stark verletzt, dass sich Löcher bilden, durch die das Wasser, das die Tiere trinken, nach dem Schlucken herausläuft. Es kann auch vorkommen, dass die Mägen der Tiere platzen, wenn die Menge des Futterbreis zu hoch dosiert wird. Dann verenden die Vögel unter unendlichen Schmerzen. Geholfen wird ihnen nicht, denn das würde Geld kosten.

Die Lebern der Tiere vergrößern sich durch das ungesunde Futter innerhalb kürzester Zeit drastisch, auch die anderen Organe vergrößern sich auf unnatürliche Weise. Die Lebern von Stopfgänsen wiegen mit pber einem Kilogramm rund 10 Mal soviel wie die Leber einer gesunden, natürlich ernährten Gans, was ebenfalls zu starken Schmerzen führt.

Doch die Qualen der Mastgänse gehen noch weiter: Ohne Betäubung reißt man den Tieren die weichen Federn bei lebendigem Leibe aus, um daraus Daunen als Füllmaterial beispielsweise für Kissen und Jacken zu gewinnen. Weil das Rupfen im Akkord erfolgt, gehen die Menschen entsprechend unvorsichtig mit den Tieren um - nicht selten werden den Vögeln mit den Federn auch ganze Hautstücke ausgerissen.

Also an Sie die Bitte: Fragen Sie sich, ob eine Gans zu Weihnachten dieses Jahr unbedingt sein muss. Wenn ja, dann geben Sie am Fest der Liebe bitte ein paar Euro mehr für den Gänsebraten aus, um eine Freilandgans kaufen. Diesen Vögeln bleibt ein Großteil der oben beschriebenen Qualen erspart. Oder entscheiden Sie sich doch mal für ein vegetarisches Festmahl. Mit einem guten Gewissen schmeckt das dann sicher mindestens genauso gut!

KFC - Hühner werden bei lebendigem Leib verbrüht

Zu Halloween protestierten vor der Filiale des Kentucky Fried Chicken (KFC) in Wien viele Tierschützer, um auf die enorme Tierqual aufmerksam zu machen, denen die Hühner, in der konventionellen Hühnermast ausgeliefert sind.

Als „Tod“, Leichen in Särgen und als Zombie verkleidet wurde auf die horrorähnlichen Zustände der Masthühnerhaltung hingewiesen. Das Kupieren der Schnäbel, Qualzuchten, um noch schneller mehr Fleisch zu produzieren, und die viel zu hohe Besatzdichte sind dort an der Tagesordnung.

Die Hühner werden mit Kraftfutter innerhalb von nur fünf Wochen bis zu ihrem Schlachtgewicht gemästet, so dass ihr Skelett oft dem Gewicht nicht mehr gewachsen. In der Folge verkrüppeln die Beine der Tiere, was für sie extreme Schmerzen und Qual bedeuten muss.

Für die Fast-Food-Hähnchen-Kette KFC werden jährlich mehr als 850 Millionen Hühner geschlachtet. Nachdem eine Undercover Reportage in den USA in einem Mastbetrieb, der den dortigen KFC-beliefert, enorme Missstände ans Tageslicht gebracht hatte, forderten Tierschutz-Organisationen, dass KFC Mindeststandards umsetzen solle, um die schlimmsten Misshandlungen an Hühnern in den Schlachthöfen und bei ihren Lieferanten in Zukunft auszuschließen. Dabei werden die Hühner bei lebendigem Leibe in Entfederungsbecken verbrüht, es wurden die qualzuchtbedingte Verkrüppelungen der Hühner und schmerzhaftes Schnabelstutzen angeprangert. Bisher weigerte sich die KFC-Geschäftsführung auf die Forderungen von Peta einzugehen.

Weitere Informationen, Online-Protestmöglichkeiten sowie Fotos und Videos sind auf den Websites www.KFCgrausam.de oder www.KentuckyFriedCruelty.com zu finden.

Mittwoch, September 20, 2006

Gammelfleisch erkennen

Vor wenigen Tagen wurden in einem Kühlhaus in Frankfurt am Main tonnenweise Fleisch, aber auch kleinere Mengen Fisch, Backwaren und Gemüse sichergestellt, die höchstwahrscheinlich verdorben waren! Nicht unwahrscheinlich, dass auch Sie vielleicht schon ein Opfer des Gammelfleisch-Skandals geworden sind!

Wie man Gammelfleisch erkennt!
Tipps vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

- Achten Sie beim Kauf auf Geruch, Oberfläche und Färbung
- alle Fleischsorten sollten nicht unangenehm, sondern neutral mild bis leicht säuerlich riechen, keinesfalls süßlich!
- Frisches, hochwertiges Fleisch verliert nicht viel Wasser, es sollte nahezu trocken in der Packung liegen (viel Wasser in der Verpackung kann auf früheres Auftauen hinweisen)
- Vorsicht bei blassem, weichem und nässendem Fleisch, das schon in der Fleischtheke im eigenen Saft liegt!
- Die Oberfläche von Geflügelfleisch darf nicht „schmierig“ aussehen und keine Druckstellen haben, also die Fingerdruckprobe bestehen. Dabei darf es sich nicht schwammig weich anfühlen oder zu stark eindrücken lassen, sondern muss fest sein.
- Die Farbe von Fleisch sollte niemals ins Gräuliche abweichen. Frisches Rindfleisch ist dunkelrot, Lamm ist hellrot bis rot mit leichter Fettmarmorierung. Schweinefleisch ist rosa und hell glänzend. Wild sollte rötlich bis dunkelbraun sein.

Schärfen Sie Ihren Blick im Dschungel der Bio-Labels

Produkte, die mit „Bio“- oder „Öko"-Siegeln gekennzeichnet werden, sind schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung, denn der Verbraucher hat damit eine Alternative zur konventionellen Intensivtierhaltung. Der Deutsche Tierschutzbund macht darauf aufmerksam, dass die Erzeugung ist zwar nicht „artgerecht“ im strengeren Sinne sei. Innerhalb der Öko-Branche gebe es deutliche Unterschiede. Die Minimalanforderungen an Bio-Produkte werden von der EU Öko-Verordnung bestimmt. Die Produkte sind gekennzeichnet durch das Bio-Siegel und den Code der Kontrollstelle. Einige Verbände des ökologischen Landbaus, darunter Bioland, Demeter und Naturland, haben sogar viel strengere Auflagen für ihre Produktion, als durch die EU-Öko-Verordnung vorgegeben. Meistens verkaufen diese Verbände ihre Produkte in Bio-Läden, Reformhäusern oder Hofläden. Bioland-Produkte gibt es mittlerweile auch schon im Supermarkt.
Viele Supermärkte haben auch eigene Handelsmarken für Bio-Produkte mit verläslichen Standards (Naturkind, BioBio, Füllhorn usw.), die ebenfalls zusätzlich mit dem Bio-Siegel und der Codenummer der Kontrollstelle gekennzeichnet sind.
Der Deutsche Tierschutzbund und andere Verbände haben das Label „Neuland" gegründet, mit besonders strengen Richtlinien für eine artgerechte Haltung.
Seit dem Gammelfleisch-Skandal besonders aufschlussreich sind die Herkunftsangaben bei Fleischwaren! Rindfleisch-Anbieter sind verpflichtet anzugeben, wo ein Tier geboren, gemästet und geschlachtet wurde. Bei Geflügel ist die Angabe freiwillig. Achten Sie darauf, dass Geburt, Mast und Schlachtung laut Verpackung in ein und demselben Land stattfanden. Das gewährleitet zumindest, dass den Tieren Langzeittransporte erspart wurden. Über die Haltungsform sagt das aber noch nichts. Kaufen Sie Fleisch deshalb lieber direkt beim Bauern oder im Hofladen, wo Sie selbst ein Auge auf die Haltung der Tiere werfen können!
Achten Sie bei Geflügelfleisch auf geschützte Begriffe wie "extensive Bodenhaltung" oder "extensive Auslaufhaltung"!

Für mehr Durchblick im Dschungel der Bio- und Öko-Labels sorgen folgende Links:
http://www.allesoeko.net - Mit guter Übersicht über Zeichen und Siegel sowie "Öko-Fallen"
http://www.ecotopten.de Für Produkte aus allen Lebensbereichen, siehe hier vor allem den Bereich "Essen und Trinken")

Qualität direkt vom Bauerhof

Am besten kauft man tierische Produkte vom Direktvermarkter, also gleich auf dem Bauerhof, oder auf Bauernmärkten. So vermeidet man als Verbraucher unnötige Transporte von Tieren. Beim Direktvermarkter kann man die Tierhaltung selbst überprüfen, vielleicht sogar in Verbindung mit einem kleinen Familien-Ausflug! Wenn alle Tiere Enthornungen, gekürzte Schwänze oder Schnäbel aufweisen, ist das Haltungssystem höchstwahrscheinlich nicht optimal! Viele Direktvermarkter gehören auch Verbänden oder anderen Gemeinschaften an, die ihre Produkte mit zertifiziertem Label verkaufen. Daran kann man auf dem Markt dann auch ohne einen Besuch im Stall auf gute Tierschutzstandards vertrauen. Auch im Supermarkt lohnt es sich, auf die Kennzeichnung mit Labels zu achten! Infos darüber finden Sie in diesem Weblog!

Direktvermarkter in Ihrer Nähe finden Sie auf folgenden Webseiten.
In der Region:
http://www.hessische-direktvermarkter.de
http://www.direktvermarkter-im-odenwald.de
Bundesweit:
http://www.gutes-vom-bauernhof.de
http://www.ulmer.de/adr/gvl.dll

Dienstag, September 19, 2006

Mehr Tierschutz zahlt sich aus - Tagung

Welchen Marktwert hat die artgerechte Tierhaltung? Zum Thema "Mehr Tierschutz, mehr Umsatz?" veranstaltet die Allianz für Tiere eine Tagung, für die demnächst (10.10.2006) Anmeldeschluss ist! Die Tagung findet am 25. Oktober 2006 von 14 Uhr bis 18.30 Uhr im dbb-forum, Friedrichstraße 169/170 in 10117 Berlin statt. Produzenten, Einzelhandel, Politik, Wissenschaftler und Tierschutzverbände diskutieren, mit welchen Strategien Tierschutz an der Ladentheke zur Erfolgsgeschichte werden kann!

Beschreibung des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale:
"Die Deutschen gelten als tierlieb. Umfragen belegen: Die Konsumenten haben ein großes Interesse an einer tiergerechten landwirtschaftlichen Produktion. In augenfälligem Kontrast dazu steht jedoch das tatsächliche Einkaufsverhalten bei Fleisch und Wurst: Produkte aus wenig tiergerechter Haltung dominieren den Markt. Einerseits. Andererseits ist das Thema Eierkennzeichnung eine echte Erfolgsstory des Tierschutzes. Denn seitdem Käfigeier klar gekennzeichnet sind, sinkt der Absatz stetig, greifen die Konsumenten trotz des höheren Preises immer häufiger zu Eiern, bei denen auch der Tierschutz stimmt. Das Beispiel zeigt: Die wenigen Informationen, die Verbraucher heute in Sachen Tierschutz erhalten, setzen sie durchaus in bewusstes Kaufverhalten um."

Hier kann man das Tagungsprogramm herunterladen:
Tagungsprogramm: Mehr Tierschutz, mehr Umsatz?
Wegbeschreibung dbb Forum

Weitere Infos gibt's auf den Seiten der Verbraucherzentrale unter folgendem Link:

http://www.vzbv.de/start/index.php?page=aktuell&id=24